Bütjes Zeit

Im Jubiläumsbuch MGS 1540-1990 sind auf den Seiten 36-80 viele Informationen zur Schule und zur Region in dieser Zeit zu finden. Bütjes Schülerschaft fiel in die Zeit des Rektoren Ebio (1752-1771).

In einem alten „Reiseführer“ aus der Bütje-Zeit war zu lesen:

„Meldorf liegt an der Miele, einem kleinen Flusse in Süderditmarschen, der bei Tensbüttel entspringt und im Norden Meldorf, das seinen Namen davon bekommen hat, nachdem er den Fredebeck und Fiel aufgenommen hat, in die Nordsee fällt, wo er einen kleinen Hafen bildet. Seine Entfernung von Hamburg ist 14, - von Wilster 4, - von Itzehoe 5, - von Heide 2, - von Glückstadt 6 Meilen. Mehr als 25 Dörfer sind mit der Stadt eingepfarrt. Sie ist der Sitz des Gerichts der ganzen Landschaft. Der Hauptbetrieb der Einwohner besteht im Handel mit Korn, Butter, Käse, Vieh und Ackerbau.
Das Wappen dieser Stadt besteht aus einem großen Schlosse mit fünf Thürmen.“

– "Der Holsteinische Tourist oder Wegweiser für Fußreisende in der Umgegend von Hamburg“ von Peregrinus Pedestris. Hamburg, Bei Perthes & Besser 1833"

http://de.pluspedia.org/wiki/Meldorf - Zugriff: 2018-04-14.

Auf dieser Internetseite ist über die MGS zu lesen:

„… und wenn auch die Schule mehrere Jahre ihrer Auflösung nahe war und aus Mangel an Besoldung häufig Lehrstellen unbesetzt blieben, erwachte sie jedoch um 1630 durch den Landvogt N. Bruhn und dessen Verwandte zu neuem Leben. Diese Familie schenkte nicht nur selbst ein Bedeutendes an die Schule, sondern bewirkte auch, daß, wie der damalige Probst im Visitationsprotokoll sich ausdrückt, viele gutherzige Christen zur Verbesserung derselben ein Ehrliches gaben: so daß nicht nur das Rectorat wieder besetzt, eine neue Wohnung für Rector und Conrector erbauet, sondern sogar 1648 ein vierte unstudierter Lehrer, der zugleich die Geschäfte eines Küsters mit besorgte, angestellt werden konnte. Diese Vermehrung der Lehrerzahl war nothwendig, denn der Cantor konnte alle diejenigen Knaben, die ohne studieren zu wollen, diese damals einzige Schulanstalt benutzen, unmöglich gehörig vornehmen. In dieser Verfassung blieb die Schule bis 1814, wo Gelehrte- und Bürgerschule völlig getrennt, und dem Küster die höhere Knabenclasse an letzterer allein übertragen wurde. Im Jahre 1821 wurde dem dritten Lehrer, der von jetzt an Subrector hieß, das Amt des Vorsängers in der Kirche abgenommen, und noch ein vierter studierter Lehrer als Collaborator angestellt, nachdem ein früherer Beschluß der Regierung, die Schule nach Heide zu verlegen, durch das Vermächtniß des Vollmacht Bütje rückgängig gemacht, und die Fortdauer dieser Anstalt an diesem Orte für immer gesichert war.“

Im „Dithmarschen-Wiki“ (http://www.dithmarschen-wiki.de/Meldorf - Zugriff: 2018-04-14) ist über diese Zeit Folgendes zu erfahren: „….

  • 1713 wurde die Stadt erneut verwüstet.
  • 1749 wurde die Bürgergilde in Meldorf gegründet.
  • 1811 wurde der neue Friedhof im Nordosten der Stadt eröffnet.
  • 1834 der alte Friedhof auf dem Markt wird planiert.
  • 1840 betrug die Einwohnerzahl von Meldorf 2.975 Einwohner, nämlich im Norderviertel 548, im Burgviertel 630, im Rosenviertel 752, im Geerviertel 518 und im Klosterviertel 527.

Die Straßen hießen damals: Burgstraße, Graben, Klosterstraße, Norderstraße, Papentwiete, Sandberg, Singelstraße (nach einem Blockhause „Cingel“), Spreetstraße, Süderstraße, Westerstraße.

Es gab damals mehrere Stiftungen: eine Arbeitsanstalt, ein Fond zur Unterstützung armer Schullehrerwitwen, eine Stiftung zur Belohnung fleißiger Schulkinder, eine Stiftung zur Belohnung treugedienter Dienstmädchen, und viele Vermächtnisse für Arme und Hilfsbedürftige.

Die meisten dieser Stiftungen sind von dem Landesgevollmächtigten Christian Bütje gewesen.

Als Gemeinde-Einrichtungen gab es damals in Meldorf: eine Poststation, eine Zollkontrolle, wobei 1 Hebungs­kontrolleur und 3 Zollassistenten angestellt sind, eine Apotheke, eine Buchdruckerei, seit 1828 eine Spar- und Leihkasse, ferner ein Waisenhaus und 1 Armenhaus.

Die Ländereien hießen: Eesch, Hesel, Sandberg, Hemm, Marschkammer, Dülfswisch, Langenwisch und Meldorfermoor.

Es gab damals eine Knabenschule mit 80 Kindern, eine Mädchenschule mit 80 Kindern, eine Elementarschule mit 100 Kindern, eine Armenschule, verbunden mit einer Industrieschule mit 270 Kindern.

Als Gewerbe sind aufgeführt: 12 Kaufleute, mehrere Kleinhändler, 7 Brauer und Brenner, 10 Bäcker, 8 Schlachter, 11 Schmieden, 6 Gastwirte und Handwerker aller Art, 1 Zigarrenfabrik, 1 Seifenfabrik, 1 Essigfabrik und 1 Lichtfabrik, 4 Windmühlen (die Nordermühle gehörte dem König).

Im Meldorfer Kirchspiel wurden 1845 7.899 Einwohner gezählt. Eingepfarrt waren damals die Orte und Bauer­schaften: Ammerswurth, Bargenstedt, Barsfleth, Böddinghusen, Buntenhof, im Busch, Norder- und Süder-Busenwurth, Busenwurtherdeich, Oester- und Wester-Dehling, Delfbrücke, Dellmath, auf dem Donn, Eesch, Eeschdeich, Elpersbüttel, Epenwöhrden, Epenwöhrdener Moor, Farnewinkel, im Felde, Fiel, Gudendorf, Harms­wöhrden, am Heider-Fußsteige, Helmshof, Hemmingstedter-Mahde, Hesel, Hilsfähr, Höhe, Kanzelei, Ketels­büttel, Klampwehr, König-Christians-Koog, Krumstedt, Lehrsbüttel, Lütjenbüttel, Meldorf, Meldorferhafen, Meldorfermoor (hier lag auch der Flecken Niebuhrslust, der von Niebuhr, Carsten erbaut worden war (südlich von diesem liegt der inzwischen zugewachsene Fuhlen-See), Neuhof, Nindorf, Nordermühle, Odderade, Riese­wohld (zum Theil), auf dem Sandberge, Sarzbüttel, Thalingburen, Weddelkathe, Wolfenbüttel, Wolmersdorf.

  • 1849 wurde am Nordende des Klosterhofes ein Spritzenhaus gebaut.
  • 1870 erhielt Meldorf das Stadtrecht wieder.“

 

Genauer zu untersuchen wären etwa folgende Bereiche:

Politik, Verwaltung und Wirtschaft Gesundheitliches und soziale Lage, z.B.:

  • Woran starb CB, wie war die Lebenserwartung, warum sind in der Familie Bütje so viele Kinder gestorben?
  • Wie ist CBs Bildungsstand im Vergleich zu anderen seiner Zeit einzuschätzen?
  • Wie ist CB so reich und angesehen geworden? Was bedeutete es damals, Bauer, Landesgevollmächtigter, Dannebrogsmann zu sein? Welche Rolle spielten Frau und Mädchen, etwa in den Schulen?
  • Sind Bütje und seine Stiftungen Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften? Der Wert der Stiftung damals und im Laufe der Zeit könnte eingeschätzt werden und die Rolle der Geldentwertungen betrachtet werden.

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