Christian-Bütje-Stiftung

Christian Bütjes Stiftungen werden in ihrer Gesamtheit umfassend und detailreich von Bürgermeister Schmetje 1930 dargestellt. Einen Überblick gibt das Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen:

 

Aus Schmedtjes Ausführungen zu Bedeutung und Zweck des Schulfonds geht klar hervor, dass die damalige Lateinschule im Zentrum der Aufmerksamkeit von Christian Bütje stand. Entsprechend betitelt Glindmeyer als Administrator der Stiftung seinen Beitrag zur Jubiläumsschrift der MGS: „Christian Bütje – ein dankbarer Schüler“ und urteilt: „Allein durch die Bütje`sche Stiftung … blieb die Schule in Meldorf und wurde im Jahre 1814, mit drei anderen Gymnasien in Holstein und mit vier Gymnasien im Schleswiger Raum, zur Gelehrtenschule erhoben ... Wie sich aus dem Vorwort seines ersten Testaments vom 15. Februar 1802 ergibt, hat sich der Stifter sehr eingehend und wahrscheinlich jahrelang mit dem Gedanken seiner Stiftung beschäftigt. Wie bereits erwähnt, war der Bestand der Meldorfer Gelehrtenschule damals stark in Frage gestellt. Das Ziel seiner Stiftung war daher, neben der Förderung des Meldorfer Schulwesens im allgemeinen, besonders die Erhaltung der Meldorfer Gelehrtenschule, in der er einst seine Bildung erhalten hatte“ (Glindmeyer 1990, 136f).

Damals ging es in erster Linie darum, den Lehrern ein besseres Einkommen zu verschaffen, „damit sie nicht von ängstlichen Nahrungssorgen gequälet werden, dadurch aber bei dem besten Willen doch die nöthige Lust und Gemütsruhe zu ihrem so mühsamen als höchst wichtigen Geschäfte zum Teil oder ganz verlieren, sondern denselben ohne Störung mit Eifer und Heiterkeit, frohen Muths sich ununterbrochen widmen können“ (Schmedtje 1930, 22f).

Nachdem diese Probleme gelöst waren und die Meldorfer Lateinschule als Arbeitsplatz wieder an Attraktivität gewonnen hatte, wurde auch die räumliche Situation dank der Stiftung entscheidend verbessert: „Das Wohnhaus und die Stallungen des Stifters erhielt nach den Bestimmungen des Testaments die Meldorfer Gelehrtenschule. Sie wurden im Jahre 1854 abgebrochen, als der damalige Neubau des Gymnasiums auf der alten Bütjeschen Hofstelle errichtete wurde (jetzt Teil des Dithmarscher Landesmuseums und Domstraße)“ (Glindmeyer 1990, 137).

Schmedtje ergänzt 1930 und schließt einen stets aktuellen Wunsch an: „Aber auch später, zuletzt nach dem verlorenen Krieg und nach der Geldentwertung des Jahres 1923, hat Gefahr für die Erhaltung des hiesigen Gymnasiums bestanden. Der Bütje`sche Schulfonds ist gegen solche Gefahren ein guter Helfer. Möge er für alle Zeiten seine Hilfskraft bewähren und dem Meldorfer Gymnasium dauernden Bestand sichern“ (S. 24f). Glindmeyer führt 1990 aus und fort: „Als Ende 1923 eine Billion Papiermark einer Goldmark (neue Währung) gleichgerechnet wurde, war das in mehr als hundert Jahren angesammelte große Vermögen des Schulfonds verloren. Die damaligen Aufwertungsgesetze haben nur einen geringen Teil dieser Kapitalien gerettet. Um solche Verluste künftig zu vermeiden und um die Existenz der Meldorfer Gelehrtenschule zu sichern, haben die Administratoren im Jahre 1937 beschlossen, von einer Vermögensansammlung abzusehen und die jährlichen Erträgnisse aus Pachten und Mieten dem Stiftungszweck unmittelbar zuzuführen“ (S. 140). Glindmeyer schließt: „… nach menschlichem Ermessen wird auch in aller Zukunft der Segen dieser Stiftung nicht aufhören. Mit ihm lebt der Name Christian Bütje fort.“ (ebd.).

Wenn auch Land und Kreis gerade erst finanzielle Durststrecken zu überwinden hatten und haben: Im neuen Jahrtausend ist die materielle Absicherung der gymnasialen Lehrkräfte an der MGS im Landesdienst, ganz überwiegend als Beamte, gegeben. Auch der Kreis Dithmarschen als Schulträger kann für eine vergleichsweise mehr als ausreichende räumliche und sächliche Ausstattung sorgen. Wie andere Schulen in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins hat die MGS aufgrund partiellen Lehrermangels zunehmend Schwierigkeiten, in Mangelfächern Lehrkräfte zu finden. Die Schülerzahl sinkt aufgrund des demographischen Wandels, allerdings nicht besorgniserregend und weniger stark als prognostiziert.

So werden die Zuwendungen durch die Bütje-Stiftung gegenwärtig zur Deckung von Sachkosten verwendet, zu deren Übernahme der Schulträger gesetzlich nicht verpflichtet ist, genauer: die nicht übernommen werden dürfen, zumal in Haushaltskonsolidierungsphasen mit Sparzwang. Konkret fließen Stiftungsgelder in die Finanzierung von besonderen Aktivitäten, insbesondere im Bereich der Arbeitsgemeinschaften, etwa Foto und Film sowie Segeln, auch in die Kanuausrüstung der MGS. Die anstehende Umgestaltung des Außengeländes wird die Stiftung ebenfalls finanziell unterstützen, wenn es um Projekte geht, die nicht zur vom Schulträger zu leistende Grundausstattung geht. So wird Bütjes Anliegen, die MGS als Arbeitsplatz und Lernort zu fördern, angemessen in der heutigen Zeit umgesetzt. Darüber wacht die Administration mit Herrn Wengoborski an der Spitze, in enger und guter Zusammenarbeit mit der MGS. Ihm ist die Anregung nach Bütjes 200. Todestags zu verdanken, auf der Schulinternetseite der MGS auf Bütje und seine Stiftung öffentlich hinzuweisen. Damit soll auch zeitgemäß dem Rechnung getragen werden, was die Administration der Stiftung 1930 am Ende des Vorwortes so formulierte: „Die Administration ist im übrigen der Auffassung, daß kein Denkmal aus Erz oder Stein das rechte Andenken an den Stifter erhalten kann, wenn nicht im Herzen der Meldorfer, und besonders der Meldorfer Jugend, ein bleibendes ehrendes Gedächtnis wach gehalten wird“ (a.a.O.).

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